Konzert 7
Sonntag, 19. Mai 2013, 11.00 Uhr (Matinee)
Reichssaal, Rathausplatz
GLI INCOGNITI (Frankreich)
Yoko Kawakubo, Violine
Baldomero Barciela, Viola da gamba
Francesco Romano, Theorbe & Barockgitarre
Anna Fontana, Cembalo
Leitung und Solovioline: Amandine Beyer
The false consonances of melancholy – Ayres for the violin – Matteis’ musikalischer Eigensinn
Nicola Matteis (ca. 1650 - ca. 1700) kam um 1670 nach England und machte in London
als Geiger von sich reden. Er konnte entscheidend zur Etablierung des italienischen
Violinstils in England beitragen. Neben seinen vier publizierten Sammlungen mit
Ayres for the violin, schuf er u. a. auch eine Generalbassschule für Gitarre, für
die er heute vor allem bei Lautenisten und Gitarristen bekannt ist. Die Titel und
Überschriften seiner Werke (Movimento incognito, Bizarrie etc.) zeugen von seinem
Eigensinn und seiner Extravaganz. Liest man im Vorwort seiner Generalbassschule
'The False Consonances of Musicke', so bekommt man einen Eindruck von seinem
starken Selbstbewusstsein, welches bisweilen in zeitgenössischen Berichten als
ausgeprägte Arroganz bewertet wird, die ihm möglicherweise auch eine Karriere am
englischen Hof versperrte. Seine Werke erfreuten sich bereits damals großer
Beliebtheit. Neben ausgewählten Ayres for the violin stehen auch Sonaten des
schon zu Lebzeiten berühmtesten englischen Komponisten des 17. Jahrhunderts,
Henry Purcell, auf dem Programm.
Gli Incogniti – „Die Unbekannten“, so nennt sich das 2006 von Amandine Beyer
gegründete Barockensemble, das bestens bekannte Musiker vereint. Hier haben
sich französische, spanische, italienische und südamerikanische Musiker
zusammengefunden, die sich schon aus verschiedenen anderen Projekten gut
kannten und denen es in kurzer Zeit gelungen ist, einen ganz eigenen „Sound“
zu entwickeln. Diverse CD-Einspielungen für das Label Zig Zag Territoires
erhielten höchste Referenzen. 2010 gaben Gli Incogniti ihre vielumjubelte
Premiere bei den Tagen Alter Musik mit einem Vivaldi-Programm
Webseite der Interpreten: Gli Incogniti