Tage Alter Musik – Jubiläumsschrift 2009

ausragenden Tenor, zu den Schemelli-Liedern von Bach und bestritt zusammen mit Siegfried Mauser (als Interpreten Neuer Musik) eine „Präludien-Fugen-Stafette“. Akademie für Alte Musik Berlin Seine Premiere in Regensburg feierte 1988 die noch weit- gehend unbekannte Akademie für Alte Musik Berlin (DDR). Stephan Schmid erinnert sich an die auch politisch unge- wöhnlichen Umstände der Verpflichtung: „Eine Platten- aufnahme, die beim westdeutschen Label Capriccio erschienen ist, hat uns unglaublich begeistert. Dass dem Ensemble eine so erfolgreiche Karriere beschieden sein würde, war damals freilich noch nicht absehbar. Die Akamus (so ihre Abkürzung bei den Fans) sollte noch oft bei den Tagen Alter Musik auftreten. Die Verhandlungen mit der Künstleragentur der DDR waren – für uns alle überraschend – völlig unproble- matisch. Problematisch war da schon mehr die Anreise. Bis kurz vor Konzertbeginn mussten wir war- ten, bis der letzte PKW angekommen war. Die Akademie sorgte beim ersten Auftritt auch für eine geän- derte Kleiderordnung. Ihr Auftritt in Straßenkleidung motivierte kurzerhand auch das Bach Ensemble, mit Straßenkleidung aufzutreten.“ Nach seinem erfolgreichen Debüt ist das Orchester noch sechsmal bei den Tagen Alter Musik zu Gast gewesen: 1991, 1994, 1999, 2001 jeweils mit Orchesterwerken von Barock bis Klassik, 2004 und 2008 mit den beiden großen Domspatzen-Projekten (‚Schöpfung‘, ‚Elias‘). 2010 wird Beethoven auf dem Programm stehen. Die Alte-Musik-Szene der amerikanischen Westküste An die ersten Kontakte und die ersten Künstlerauftritte in Regensburg erinnert sich Stephan Schmid: „Es begann mit einem Telefonat mit Stephen Schultz, dem Leiter des Ensembles American Baroque . Seine Telemann-CD hatte uns sehr begeistert. Da gab es noch das Trio Panormo mit Richard Savino, Katherine Kyme und Sarah Freiberg. Über Mitchell Sandler wusste ich vom Ensemble Concerto Amabile mit Kathleen Kraft, Elizabeth Blumenstock, Elisabeth Le Guin, Phoebe Craig, ebenfalls aus San Francisco. American Baroque musizierte mit Elizabeth Blumenstock, Sarah Freiberg, Roy Whelden, Cheryl Ann Fulton und Charlotte Mattax. Es begeisterte mit Telemann, Händel, Corelli, Couperin. Unvergessen, wie eine Woche vor dem Festival am Sonntagmorgen ein Mann mit Bergsteigerutensilien vor meiner privaten Haustür stand. Es war der Gambist Roy Whelden, der im Altmühltal bei Regensburg eine Bergsteigertour unter- nehmen wollte. Zum Abschlusskonzert waren dann alle bei einem großen Orchesterkonzert vereint: Stanley King war der Solist eines Oboenkonzerts von Händel, Elisabeth Mc Guin die Solistin bei einem Cellokonzert von Vivaldi. Als California Chamber Ensemble gaben sie außerdem ein Konzert mit Kammermusik der Klassik und mit dem selten gespiel- ten Gitarrenquintett Nr.4 von Boccherini. Zwei Jahre später stand das Festival wieder im Zeichen der 105 Akademie für Alte Musik Berlin (1988) American Bach Soloists bei der Probe in der Minoritenkirche (1992)

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