Tage Alter Musik – Jubiläumsschrift 2009

Leitung von Candace Smith war 2004 zu hören mit der Weihnachtsvesper (1650) der Äbtissin Margarita Cozzolani. Die Mitglieder von Cantica Symphonia haben sich als Dufay-Spezialisten (Edition) einen Namen gemacht und brachten 2007 in Regensburg die erst jüngst Dufay zuge- schriebene Missa „Resvellies vous“ ein- drucksvoll zu Gehör, wobei sie den gewohnten a-capella-Klang durch Instru- mente bereicherten. Aus Frankreich stammt das Ensemble Ludus Modalis , das im Jubiläumsjahr 2009 sein Deutschlanddebüt gibt und dabei die Wiederentdeckung eines von Orlando di Lasso beeinflussten Renaissancemeisters leistet: Paschal de L’Estocart. Unvergessen der Auftritt des belgischen Huelgas Ensembles , das im Jahr 2000 den Hohen Dom akustisch zu füllen wusste und dabei mit außergewöhnlicher Stimmvirtuosität eine Messe von Brumel und Gombert zu intonieren verstand. Unter den Chorsängern waren Stars wie z.B. der junge Jan van Elsacker. Im folgenden Jahr konn- te man ebenfalls im Dom St. Peter die Messe „Puer natus est nobis“ von Pierre de la Rue hören, dargeboten vom holländischen Ensemble Cappella Pratensis unter Rebecca Stewart. Die Gruppe singt gewöhnlich aus einem einzigen auf einem Notenpult aufgestellten Chorbuch (mit Mensuralnotation). Ein weiteres Beispiel franko- flämischer Polyphonie bot in prachtvoller Instrumentierung 2003 das Ensemble Weser Renaissance Bremen und lieferte damit den Beweis, dass auch in Deutschland auf hohem internationa- lem Niveau Renaissancemusik interpretiert wird. Die Marienvesper von Orlando di Lasso wurde zu einem nachhaltigen Hörerlebnis. Als herausragendes spanisches Gesangsensemble war 2008 La Colombina zu Gast. Mit Karwochengesängen von Victoria bot es ein Beispiel für eine kirchenmusika- lische Richtung (Palestrina), welche die franko-flämische Renaissance-Musik als weltlichen Manierismus im Zuge der römisch-katholischen Gegenreformation etwas zurückdrängen wollte. Kompositionen von Orlando di Lasso waren viele Jahre vorher (1992) vom Ensemble Vocal Européen de la Chapelle Royale vorgestellt worden. Es ist das Gesangsensemble eines Chorleiters, der als Dirigentenpersönlichkeit die Alte-Musik-Szene – und darüber hinaus das Konzertleben international – mitbestimmt: Philippe Herreweghe. Hochkarätig besetzt war das Ensemble mit jungen Sängerpersön- lichkeiten, die bereits auch eine solistische Karriere begonnen haben, z.B. Christine Brandes, Pascal Bertin oder gar Peter Kooy. Neben Victoria ist bekanntlich Palestrina der Hauptvertreter der Gegenreformation. Aufgrund seiner 89 Cappella Artemisia (2004) Huelgas Ensemble im Dom St. Peter (2000)

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