Tage Alter Musik – Jubiläumsschrift 2009

Madrigale von Gesualdo und Zeitgenossen, 2005 hat es in großer, auch instrumentaler Besetzung Monteverdis Ballett- musik „Il ballo delle ingrate et altre sorte di madrigali amorosi“ – neben dem „Combattimento di Tancredi e Clorinda“ und anderen Werken – aufgeführt. Demselben Ensemble gebührt aber auch das Verdienst, das Schlüsselwerk schlechthin, Monteverdis erste Oper „L’Orfeo“, die für die Geburt der Gattung steht, – genau 400 Jahre nach der Ur-aufführung – dem Regensburger Publikum präsentiert zu haben. Mit 40 Mitwirkenden, unter der musikalischen Lei-tung von Claudio Cavina und in der Inszenierung von Paola Reggiani war ein ausnehmendes Hörerlebnis geboten und auch dem Auge ver- mochte die halbszenische Aufführung ungetrübten Genuss zu bereiten. Die Vorfreude auf das Jubiläumsjahr 2009 ist groß, wenn dasselbe Künstlerteam ( La Venexiana unter Claudio Cavina) Monteverdis Oper „L’Incoronazione di Poppea“ auf die Bühne des Veldodroms bringen wird. Voraussichtlich wird dasselbe Team unter Claudio Cavina den Monteverdi- Zyklus 2011 abschließen mit „Il Ritorno d’Ulisse in Patria“. Dem Publikum unvergesslich ist außerdem eine weitere, frühere Opernaufführung (1999) durch das Ensemble Elyma (Genf), das zusammen mit dem Ensemble Vocal Orlando (Fribourg) und dem Tanzensemble Il Ballerino (Florenz) unter der musikalischen Leitung von Gabriel Garrido eine Ballettoper von Francesca Caccini, eine der wenigen weib- lichen Komponistinnen der Musikgeschichte, präsentierte: „La liberazione di Ruggiero dall’isola d’Alcina“ – die wohl aufwändigste Produktion in der Festivalgeschichte, was die Nutzung des Auditorium Maximum der Universität notwendig machte. Trotz der ungewöhnlichen Umstände, was den Aufführungsort betrifft, hat das anwesende Publikum diesen ‚Exkurs‘ mehr als goutiert und war von Bühnenbild, Choreographie, Gesang und reichhaltiger Orchesterinstrumentierung beeindruckt. Auch das geistliche Werk Monteverdis fand im Rahmen des Festivals angemessene Würdigung. Seine Marienvesper wurde 2001 von der Capella Ducale Venetia unter Livio Picotti in einer Weise interpre- tiert, die sich diesem gran- diosen Schlüsselwerk der Musikgeschichte in noch nie gehörter Weise nähern konnte. Klangfarbigkeit der Instrumente, Wucht der Chöre, Artikulation der Instrumentalisten, Souve- ränität der Solisten ließen das Werk auch für den Kenner neu erstrahlen. 98 La Capella Ducale Venetia (2001) La Venexiana (“L’Orfeo”, 2007) Ensemble Elyma (“La liberazione di Ruggiero”, 1999)

RkJQdWJsaXNoZXIy OTM2NTI=