Tage Alter Musik – Programmheft 2019
66 T age a LTeR M USIK R egenSBURg Konzert 12 ensemble Céladon (Frankreich) Countertenor & Leitung: Paulin bündgen Montag, 10. Juni 2019, 11.00 Uhr (Matinee) Minoritenkirche Dachauplatz 2-4 nuits occitanes – okzitanische nächte – Lieder der troubadoure (12./13. Jahrhundert) Ensemble Céladon Foto: Maxime Brochier U nter dem namen des Helden aus dem Schäferroman L’Astrée von Honoré d’Urfé erforscht das ensemble Céladon seit seiner gründung im Jahr 1999 vorwiegend das Repertoire der mittelalterlichen Musik. Das ensemble steht seit seinen anfängen unter der künstlerischen Leitung des Countertenors Paulin Bündgen. Das ensemble gastiert regelmäßig bei Fes- tivals wie z.B. ambronay, Tarentaise und Le Thoronet. ensemble Céladon hat bislang acht CDs veröffentlicht, u.a. bei den Labels Ricercar, arion, æon und Zig-Zag Territoires. Paulin bündgen zählt zu den renommiertesten Countertenören seines Fachs. er hat mit vielen bekannten Dirigenten und orchestern zusammen- gearbeitet. als Sänger hat er bei über 30 CD-einspielungen verschiedener ensembles mitgewirkt. Sein Repertoire reicht vom Mittelalter bis zu zeit- genössischer Musik. zum Programm: nuits occitanes – okzitanische nächte – Lieder der troubadoure (12./13. Jahrhundert) Die Musik der Troubadours ist gegenstand vieler Fragen. Die erste davon ist übrigens die nach der Bedeutung der Musik in dieser Tradition, die sowohl eine gesellschaft widerspiegelt als auch eine besonders subtile poetische ausdrucksform ist. Die Zeugnisse dieser fast zwei Jahrhunderte anhaltenden Kunst der Troubadours beschränken sich auf ein paar Hand- schriften aus oft viel späterer Zeit – einige stammen noch aus dem 15. Jh. –‚ die etwa zweitausendfünfhundert gedichte enthalten, unter denen nur etwa dreihundertfünfzig mit Melodien versehen sind. Bevor die Troubadours – der name wurde ihnen bereits in ihrer Zeit gege- ben – zu Dichtern und Musikern wurden, waren sie Liebende, Ritter oder Jongleure. Sie sind verschiedenster Herkunft auch im Hinblick auf ihre sozialen Klassen, vom Sohn eines Bäckers bis zum erben einer adeligen Familie. Doch folgen alle fast dem gleichen Weg, auf dem sie ihrer leiden- schaftlichen Liebe zu einer unnahbaren Schönheit ausdruck verleihen. Paulin Bündgen Foto: Florian Peallat
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