Rückblick auf die Vorträge des Symposiums Hans Memlings Engelskonzert
Rückblick auf die Vorträge des internationalen Symposiums Hans Memlings Engelskonzert: Restaurierung, Instrumentarium, Repertoire in Kooperation mit dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Regensburg am 22. Mai 2026 im Bonhoeffersaal des Evangelischen Bildungswerks Regensburg e.V. (Organisation: Prof. Dr. Katelijne Schiltz, Universität Regensburg)
Hier können Sie die einzelnen Vortäge auf unserem YouTube-Kanal anschauen: :
Vortrag 1:
Prof. Dr. Katelijne Schiltz (Universität Regensburg):
Engelsmusik – oder: wie, was und warum musizieren Engel?
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Vortrag 3:
Wim Becu, Katerina Ghannudi und Vojtěch Jakl (Oltremontano Antwerpen):
The Instruments on Memling’s Triptych: From Reconstruction to Sound
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Vortrag 4:
Barbora Kabátková (Ensemble Tiburtina):
Paradisi Porte - „From Panel to Performance“: Tracing Repertory and Practice through Memling’s Altarpiece
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Vortrag 5:
Prof. Dr. Jochen Hermann Vennebusch (Universität Greifswald):
„Ihr werdet meine Zeugen sein“ – Konstruktionen visueller Unmittelbarkeit im Werk Hans Memlings
[Leider konnte Prof. Dr. Vennebusch nicht nach Regensburg kommen. Sein Vortrag wurde von Prof. Dr. Katelijne Schiltz vorgelesen]
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Vortrag 6:
Prof. Dr. Wolfgang Fuhrmann (Universität Leipzig):
Eng(e)lische Klänge in der Musik des 15. Jahrhunderts
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Aus dem Einführungstext zur Veranstaltung:
Seit 1895 ist Hans Memlings imposantes Tafelbild Gott Vater umgeben von musizierenden Engeln Teil der Sammlung des Antwerpener Koninklijk Museum voor Schone Kunsten. Ursprünglich für das nordspanische Kloster Santa Maria Real de Nájera angefertigt, wurde das 165 × 672 cm große Retabel zwischen 2001 bis 2017 aufwändig restauriert und ist jetzt wieder in all seiner Farbenpracht zu bestaunen.
Den Auftrag zu diesem Projekt erhielt Hans Memling im Jahr 1483 vermutlich über spanische Kaufleute in Brügge, wo der deutsche Maler seit 1465 lebte. Wir wissen, dass das Retabel Teil eines größeren Polyptychons war, in dessen Mittelpunkt die Himmelfahrt Mariä stand. Bis auf Gott Vater umgeben von musizierenden Engeln, das im oberen Register platziert werden sollte, sind alle weiteren Teile verloren gegangen.
Das erhaltene Triptychon zeigt ein himmlisches Konzert, bei dem Gott Vater von sechzehn musizierenden Engeln umgeben ist: sechs singen aus einem Chorbuch, während die anderen zehn Instrumente spielen: Psalterium, Laute, Harfe, Portativ, Schalmei usw. Das hat Wim Becu, den Leiter des belgischen Ensembles Oltremontano Antwerpen, dazu inspiriert, mit dem Centrum voor Muziekinstrumentenbouw Kontakt aufzunehmen und die Tasten-, Zupf-, Streich- und Blasinstrumente auf Memlings Engelskonzert rekonstruieren zu lassen – ein aufwändiger Prozess, der nicht nur viel Experimentieren mit sich brachte, sondern auch von der Lektüre damaliger Traktate begleitet wurde. Die Instrumente werden nicht nur beim Konzert am 23. Mai zu hören und zu sehen sein, sondern einige von ihnen werden während des Symposiums von den Musiker:innen vorgeführt und mit Fragen der Aufführungspraxis und der Spieltechnik verknüpft. Barborá Kabatková, die Leiterin des Ensembles Tiburtina, wird auf die vokalen Stücke im Konzertprogramm eingehen: von gregorianischen Melodien aus Brügger Choralhandschriften über mehrstimmige Hymnen bis hin zu isorhythmischen Motetten.
Im Symposium kommen die Musiker:innen ins Gespräch mit Musikwissenschaftler:innen und Kunsthistoriker:innen. Was bedeutet es, ein solch geschichtsträchtiges Werk zu restaurieren? Welchen Stellenwert nimmt Gott Vater umgeben von musizierenden Engeln im Kontext von Memlings Schaffen ein? Wie lässt sich das abgebildete Himmelskonzert mit der Musik des 15. Jahrhunderts und ihrem Aufführungskontext verbinden? Und nicht zuletzt: warum machen Engel Musik?
