Comet Musicke
(Frankreich)Francisco Mañalich | Tenor, Viola da gamba, Leitung
Geistliche Barockmusik aus Südamerika – Francisca Apomayta, eine vergessene Komponistin aus den Anden
Hoch in den Anden, auf über 2.500 Metern Höhe, liegt die Stadt Cochabamba, im Herzen eines fruchtbaren Tals in Bolivien; dort lebte hinter den Mauern des Klarissenklosters Santa Clara gegen Ende des 18. Jahrhunderts eine außergewöhnliche Frau: Francisca Apomayta. Sie war eine indigene Adelige, Komponistin und Ordensfrau.
Wiederentdeckte Werke von Francisca Apomayta stehen im Zentrum der Matinee des Ensembles Comet Musicke: u.a. die „Motette“ Almas prevenid sowie zwei Messvertonungen, die Misa de la maestra Apomayta und die Misa nueva. Diese Werke zeigen eine beeindruckende Beherrschung der barocken Formensprache, beeinflusst von der spanischen Kirchenmusik, zugleich aber durchdrungen von musikalischen Einflüssen aus der Andenregion Südamerikas. Ergänzt wird das Programm durch weitere Werke kolonialzeitlicher Kirchenmusik Lateinamerikas: Hanac pachap cussicuinin (ca. 1631) von Juan Pérez Bocanegra – das erste mehrstimmige Werk in Quechua –, das festliche Wiegenlied-Villancico Para arrullar al amor von Juan de Araujo aus der Kathedrale von La Plata, sowie das geistliche Villancico Cuando el bien que adoro von Tomás de Torrejón y Velasco aus Lima.
Das Ensemble Comet Musicke beschäftigt sich mit der Erforschung und Aufführung kolonialer Kirchenmusik Südamerikas. Mit Schwerpunkt auf barocker Musik aus der Andenregion bringt das Ensemble vergessene Werke aus Peru, Bolivien und Umgebung zurück ins Konzertleben.
