Justin Taylor, Cembalo
(Frankreich)Johann Sebastian Bach und Italien
Italien hat alle großen Komponisten inspiriert, und auch J. S. Bach ist da keine Ausnahme. Während seiner Jahre am Weimarer Hof setzte er sich in den Jahren 1713/1714 intensiv mit Antonio Vivaldis Musik auseinander. Angeregt wurde er dazu u.a. durch den musikbegeisterten Herzog Johann Ernst, der Partituren aktueller italienischer Concerti (u.a. von Vivaldi) von seinen Aufenthalten in den Niederlanden an den Hof nach Weimar mitbrachte. Der Amsterdamer Verleger Estienne Roger veröffentlichte 1711 Vivaldis op. 3 „Lʼestro Armonico“. Bach transkribierte einige dieser Werke für Cembalo solo. Vivaldis Einfluss lässt sich auch in anderen Werken Bachs nachweisen, so etwa in der Chromatischen Fantasie oder in den Toccaten. Mit dem „Italienischen Konzert“ schaffte er die Synthese zwischen seinem Genie und der italienischen Musik: feurig, spritzig, bewegend. Der französisch-amerikanische Cembalist Justin Taylor, u. a. Preisträger des renommierten Musica Antiqua Wettbewerbs in Brügge und Mitglied des französischen Kammerensembles Le Consort, mit dem er 2024 bei den Tagen Alter Musik gastierte, spürt in seinem Solo-Recital Bachs musikalischen Beziehungen zu Italien nach. Er hat zahlreiche Solo-CDs und Kammermusikaufnahmen mit Le Consort beim Label Alpha veröffentlicht. Wie sein Kollege Pierre Gallon studierte er am Pariser Conservatoire National Supérieur de Musique. Auch seine Lehrer waren Olivier Baumont und Blandine Rannou.
